21.9. bis 01.10.2023

Schloss Eutin außen

Schloss Eutin

Eutin verdankt den Bau einer ersten Burg an der Stelle des späteren Schlosses der Tatsache, dass es zwischen den Lübecker Bischöfen und der Bürgerschaft der Stadt immer wieder zu Spannungen kam, da sich die Lübecker in weltlichen Dingen keine Vorschriften seitens der Geistlichkeit machen lassen wollten.[4] Die Konflikte zwischen geistlichen und weltlichen Herren sorgten dafür, dass die Bischöfe, die ihre Domkirche St. Johannis in Oldenburg hatten und diese erst 1160 nach Lübeck verlegten, ihre Residenz auf halbem Wege zwischen den Orten und in sicherer Entfernung zur Stadt errichten ließen.

Das Eutiner Schloss geht auf einen Bischofshof Gerolds von Oldenburg zurück. Die Ländereien erhielt Gerold 1156 von Adolf II. zum Geschenk und er erbaute hier den Berichten Helmolds von Bosau zufolge ein Haus. Der Hof wurde unter Bischof Johannes von Tralau zwischen 1260 und 1275 ausgebaut und erhielt ein größeres, steinernes Gebäude, das heute den Kern des Ostflügels bildet. 1293 wurde die erste Kapelle errichtet. Über die genaue Gestalt der ersten Burganlage ist wenig überliefert. Es handelte sich wohl um eine von Wällen umgebene gewöhnliche Burg der Zeit, in der die Bauten noch ohne Verbindung zueinander standen und die optische Wirkung hinter der Funktion zurückstehen musste. Zwischen 1277 und 1283 und zwischen 1299 und 1317 hatte Bischof Burkhard von Serkem erneute Auseinandersetzungen mit den Lübeckern. Dies führte dazu, dass die Burg zu einer kleinen Festung erweitert und unter seinen Nachfolgern um 1350 mit einem Graben bewehrt wurde.

Von 1439 bis 1486 wurden in verschiedenen Abschnitten weitere Bauwerke hinzugefügt, der Kern des heutigen Torturms entstand in dieser Zeit. Bis zum 16. Jahrhundert wurden die einzelnen Häuser miteinander zu einem bescheidenen Renaissanceschloss verbunden, woraus sich bis heute der unregelmäßige Grundriss (vor allem der stadtseitigen Fassade) ergibt.